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Vortrag zu Wassermanagement auf Gemeindeebene

Wohin mit dem Niederschlagswasser? Diese Frage stellt sich heute vielen Städten und Gemeinden immer drängender. Damit kommen sie auf Landschaftsarchitekten zu, um auf die Auswirkungen von Starkregen- und Hochwasserereignissen innerhalb der Gemeindegrenzen zu reagieren und diese künftig einzudämmen.

Annika Sailer, Gesellschafterin und Teamleiterin im Büro Keller Damm Kollegen, erläuterte am 18. Februar beim Seminar "Wohin mit dem Niederschlagswasser? Regenwasserbewirtschaftung von der Planung bis zur Praxis" welche Herausforderungen sich in der Planungspraxis stellen und wie diesen möglichst integrativ begegnet werden kann. Dabei geht es um den funktionalen Umgang im Zusammenspiel von Grundwasser, Oberflächengewässern und Niederschlagswasser, Renaturierung sowie die gestalterische Einbindung und Aufwertung der entsprechenden Maßnahmen. Dafür ist die möglichst frühzeitige, interdisziplinäre Arbeit von Landschaftsarchitekten, Wasserbauingenieuren, Architekten und anderen Fachplanern notwendig.

Ausrichter des Seminars war die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. Vor 85 Teilnehmern aus Verwaltung, Verbänden, Hochschulen und Planungsbüros stellte Annika Sailer zwei aktuelle Projekte in Markt Geisenhausen, zwischen Landshut und Vilsbiburg, und im Wetzendorfer Park in Nürnberg vor. Dort arbeitet Keller Damm Kollegen jeweils zusammen mit Björnsen Beratende Ingenieure aus München.

Eine der wichtigsten Ansätze in Markt Geisenhausen am Zusammenfluss von Kleiner Vils und Fimbach: Da Wasser sich nicht an Verwaltungs- und Eigentumsverhältnissen orientiert, müssen Maßnahmen zum nachhaltigen Hochwasserschutz über private wie öffentliche Grundstücks- und Gemeindegrenzen hinweg angegangen werden. Darin liegt in der Praxis aber oft auch eine große Herausforderung.

Am Beispiel eines neuen Wohnquartiers in Nürnberg, dem Wetzendorfer Park, stellte Annika Sailer ein Pilotprojekt mit Baum-Rigolen vor, das zusammen mit der Nürnberger Stadtverwaltung und Björnsen Ingenieuren läuft. Hintergrund: Stadtbäume leiden zunehmend unter Wassermangel und Trockenheitsstress. Dies wird sich durch die prognostizierte Klimaerwärmung noch weiter verschärfen.
Baum-Rigolen sind ein überzeugendes Mittel, um mehrere Probleme gleichzeitig zu lösen: Bodentrockenheit, Wassermangel und einen zu schnellen Abfluss großer Wassermengen in die Kanalisation innerhalb kurzer Zeit bei Starkregenereignissen. Zudem bieten Baum-Rigolen Kapazitäten, um große Niederschlagsmengen, auch von angrenzenden Gebäudedächern aufzunehmen. Ein weiterer Vorteil: Diese Bauweise reduziert die künftige Notwendigkeit, die Bäume aufwendig zu bewässern. Durch groben Kies entstehen unter dem Wurzelballen Hohlräume, in denen sich Wasser sammelt und den Wurzeln zur Verfügung steht. Bis zu einer gewissen Höhe wird es angestaut, bevor es über einen Überlauf abfließt. Wissenswert: Baum-Rigolen sind nicht nur vor der Baumpflanzung, sondern auch gut bei Bestandsbäumen einsetzbar.

  • eigentumsverhaltnisse_markt_geisenhausen.jpg Heterogene Eigentumsverhältnisse wie in Markt Geisenhausen erschweren die Umsetzung von Hochwasserschutzmaßnahmen. Daher gilt es, Privatleute mit ins Boot zu holen oder die Grundstücke zu kaufen. Grafik: Keller Damm Kollegen, Björnsen Ingenieure
  • wetzendorfer_park_baumrigole_schema.jpg Schema der Baum-Rigolen für das Piloprojekt am Wetzendorfer Park in Nürnberg. Grafik: Keller Damm Kollegen

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