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Parkanlage im Zentrum von München-Aubing für Architektouren ausgewählt

Die "Grünanlage am Freihamer Weg" ist ein etwa zwei Hektar großer öffentlicher Park, der im Mai 2020 fertiggestellt wurde. Er umgibt vier neu gebaute Wohnanlagen direkt südlich des Aubinger S-Bahnhofs. Die Gestaltung beinhaltet drei große Spielbereiche, die jeweils für Kleinkinder, Grundschulkinder und Mittelstufenkinder konzipiert sind. Außerdem gibt es Liegewiesen, naturnahe Blumenwiesen sowie Wiesenflächen und Mulden zur Versickerung des Niederschlagswassers vor Ort. Die Bayerische Architektenkammer hat den Park für Architektouren 2021 ausgewählt, womit die Qualität der Gestaltung gewürdigt wird.

Das Projekt ging aus einem Gestaltungswettbewerb hervor, bei dem Keller Damm Kollegen im Jahr 2012 zusammen mit 03 Architekten aus München den 1. Preis erhielten. Im April 2014 wurden die Wettbewerbspläne im Rahmen einer Bürgerwerkstatt vorgestellt, diskutiert und anschließend überarbeitet.

Architektouren 2021 ohne Führung vor Ort
Leider finden Corona-bedingt die ursprünglich geplanten Führungen am letzten Juni-Wochenende nicht statt. Stattdessen stehen die Projekte online auf der Webseite der Bayerischen Architektenkammer.

Entstehung und Konzept
Die "Grünanlage am Freihamer Weg" entstand zusammen mit einem neuen Wohnquartier auf einem circa 5,7 Hektar großen ehemaligen Industriegelände der Telekom im Münchner Westen im Stadtteil Aubing. In Nord-Süd-Richtung führt eine Hauptradverbindung durch das neue Quartier. Ein hierarchisches Wegesystem verbindet Park und Wohnanlagen mit den angrenzenden Quartieren und der S-Bahnstation Aubing. Konzipiert ist der Park als ein Ort der Naherholung und des Aufenthalts für die Anwohner aller Altersstufen. Zudem bietet er Spielmöglichkeiten für Kinder verschiedener Altersgruppen: Während die Kleinkinder zunächst die Welt entdecken lernen, beschäftigen sich die Grundschulkinder bereits mit vielfältigen Bewegungsspielen. Die älteren Kinder fordern ihre Kraft und Geschicklichkeit bei anspruchsvollen Spiel- und Sportaktivitäten heraus - oder sitzen am Rande der Spielfläche und beobachten das Treiben. Wie ein Spielband sind die drei Spielbereiche miteinander von Norden nach Süden auf einer großzügigen Rasenfläche mit einem Band aus gesägten Robinienstämmen verbunden.

Gestufte Übergangsbereiche
Der Übergang zwischen dem Park und den gemeinschaftlich nutzbaren Freiflächen im Außenbereich der Wohnanlagen bildet ein grünes Filterband aus Gräsern, Stauden und Sträuchern. Diese dezente Grenze zwischen privaten und öffentlichen Grünflächen führt den Park optisch bis unmittelbar an die Gebäude heran. Die Parkflächen sbestehen weitgehend aus Wiesenflächen. Ausschließlich das Spielband ist als regelmäßig gemähte Rasenfläche auch als Liegewiese vorgesehen. Ein Fünftel der Parkfläche ist mit ökologisch wertvollen, blütenreichen regionalen Wiesenansaaten auf magerem Substrat angesät, die einen gestuften Übergang zu den Gräser- Strauch- und Staudenpflanzungen der Wohnanlagen bilden. Sie bieten zahlreichen Insekten und anderen Kleintieren Nahrung und Lebensraum.

Erhalt und Neupflanzung von Gehölzen
Der markante Gehölzsaum entlang des Freihamer Weges und der südlichen Grundstücksgrenze, die sogenannte Colmdorfhecke, bildet den räumlichen Abschluss der Parkanlage nach Westen und Süden. Hier wächst eine Vielzahl schützenswerter Bäume und Großgehölze. 88 dieser Bäume bleiben als Bestandteil der Hecke erhalten. Gegen eventuelle Beschädigungen durch das Baugeschehen wurde die Hecke großräumig mit Baumschutzzäunen geschützt. Zudem erfolgten im Bereich der Gehölze die Wegebaumaßnahmen als Handgrabungen. Mit der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) wurde ein Pflege- und Entwicklungskonzept für die Colmdorfhecke abgestimmt. Die Gehölz-Neupflanzungen im Park orientieren sich in ihrer Zusammensetzung an den vorhandenen Baumarten in der Colmdorfhecke: Hainbuche (Carpinus betulus), Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus), Gewöhnliche Esche (Fraxinus excelsior), Winter-Linde (Tilia cordata), Rot-Buche (Fagus sylvatica). In Abstimmung mit der Baumartenkonferenz sind diese Leitarten im Bereich des Spielplatzes im Norden durch einzelne Exoten (Liriodendron tulipifera) und Obstgehölze in den extensiven Wiesenflächen ergänzt. Mehrstämmige Bäume sind mit Solitären kombiniert und verstärken so den Eindruck einer „gewachsenen“ Landschaft.

  • 304_aubing_park_blumenwiese_keller_damm_kollegen_8136_b.jpg Blütenreiche regionale Wiesenansaat auf magerem Substrat. Foto: Keller Damm Kollegen
  • 304_aubing_park_staudenband_keller_damm_kollegen_boris_storz_11_b.jpg Detail Stauden- und Gräserband. Foto: Boris Storz
  • 304_aubing_park_spielplatz_rutsche_keller_damm_kollegen_boris_storz_65_b.jpg Spielturm mit Rutsche in Sandkspielfläche. Foto: Boris Storz
  • 304_aubing_park_klettergerat_keller_damm_kollegen_1253_b.jpg Hölzerne Klettertürme in Sandspielfläche. Foto: Keller Damm Kollegen
  • 304_aubing_park_spazierweg_keller_damm_kollegen_0436_bb.jpg Spazierweg entlang der erhaltenen Colmdorfhecke. Foto: Keller Damm Kollegen
  • 304_aubing_park_durchgang_wohnanlage_keller_damm_kollegen_0435_bb.jpg Zugang in eine der vier Wohnanlagen. Foto: Keller Damm Kollegen
  • 304_aubing_park_lageplan_keller_damm_kollegen.jpg Lageplan "Grünanlage am Freihamer Weg". Plan: Keller Damm Kollegen
  • 304_aubing_park_spielplatz_schnitt_keller_damm_kollegen.jpg Schnitt Park und Spielbereich. Plan: Keller Damm Kollegen

Keller Damm Kollegen GmbH
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