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3. Preis beim Wettbewerb Bahnhofvorplatz Oberschleißheim

Wettbewerbserfolg: Wir freuen uns über einen 3. Preis beim Wettbewerb zum Bahnhofsumfeld in Oberschleißheim bei München.

Aufgabe war es, für das etwa 1,2 Hektar große Bahnhofsumfeld im Bereich des S-Bahnhofs Oberschleißheim einen attraktiven Bahnhofsvorplatz zu schaffen sowie eine neue Radabstellanlage und den Ausbau des Busbahnhofs in den Bahnhofsvorplatz zu integrieren.

Konzept
Der Bahnhofsplatz ist geprägt von seinen funktionalen Anforderungen. Ankommen und Abfahren mit der S-Bahn, Umsteigen von und zu den Buslinien, zum Taxi, aufs Fahrrad oder ins Auto. Zukünftig wird dabei der Vorplatz vom individuellen motorisierten Verkehr freigehalten, um Bewegungs- und Aufenthaltsqualität für Fußgänger und Fahrradfahrer zu schaffen.

Verkehrsbeziehungen
Die sechs Haltestellen für die unterschiedlichen Buslinien werden entlang der, den Platz querenden Fahrspur und der Staatsstraße konzentriert. Die Zufahrt zum Platz ist den öffentlichen Buslinien vorbehalten. Von Süden kommende und abfahrende Busse wenden über die Anbindung an die Staatsstraße im Norden.

In einem zweigeschossigen Fahrradhaus konzentrierte, wettergeschützte Abstellplätze werden von wenigen Stellplätzen an der bestehenden und zukünftig neuen Außengastronomiefläche ergänzt. Ausgehend von der Zufahrtsrampe zur Brücke Mittenheimer Straße werden die Stellplätze über ein flache, radlerfreundliche Rampe erschlossen. Die Rampe dient gleichzeitig der Höhenbeschränkung für die Zufahrt zum Park+Ride, der zukünftig durch Schatten spendende Bäume gegliedert wird. Eine Schieberampe an der großzügigen Treppe zum Bahnhofsplatz steht zusätzliche zur Verfügung. Zwei Taxistellplätze und der Standort der Leihräder befinden ebenfalls im räumlichen Zusammenhang mit dem Fahrradhaus und bilden so den gemeinsamen Knotenpunkt zur individuellen Mobilität.

Gestaltung
Ein durchlaufender, beige eingefärbter Ortbetonbelag bildet den einheitlichen, auch dem Busverkehr gewachsener Stadtboden des neuen Bahnhofsplatzes. Inspiriert von der abstrakt, grafischen Malerei des zukünftigen Namensgebers Max Mannheimer wird die Fläche mit unterschiedlich groben Zuschlagsmaterial und differenzierter Nachbearbeitung (Sandstrahlen, Stocken, Säuern) ausgeführt und so eine lebendige Oberflächengestalt hergestellt. Ausgehend vom Eingangsniveau des Bahnhofsgebäudes wird der Platz mit einer flachen Neigung von weniger als vier Prozent nach Westen angelegt und so eine durchgehende Barrierefreiheit erreicht. Bis auf die Einstiegsstellen selbst, wird die Fahrspur der Busse schwellenlos, lediglich mit Metallknöpfen markiert, umgesetzt.

Aus dem Stadtboden heben sich teilweise mit Sitzbänken abgegrenzte, baumüberstandene Rasen- und Wiesenflächen heraus. Der Baumbestand wird weitgehend in diese Flächen integriert. Der gleichen Formensprache folgen die wassergebundenen Flächen der Außengastronomie aber auch die begrünten Grasdächer der Bushaltestellen.

Fahrradhaus und Haltestellen
Die markante Kassettendecke des Bahnhofsgebäudes wird sowohl für die Bauhaltestellen als auch beim Fahrradhaus aufgegriffen und durch leichte Faltung neu interpretiert. Unter den großzügigen, polygonalen Grasdächern der Bushaltestellen finden sich neben Sitzgelegenheiten, Fahrplänen und Fahrkartenautomat auch der öffentliche Bücherschrank. Der Grundriss des Fahrradhauses setzt die kubische, ineinandergreifende Form des Bahnhofsgebäudes fort. Die Fassade aus vertikalen Holzlamellen setzt sich dabei gleichzeitig vom Klinkerbestand ab.

Ökologie
Das Regenwasser von Dächern und Vorplatz wird gezielt in Baumrigolen eingeleitet, die neben den neuen Baumstandorten auch um den Baumbestand in Verbindung mit Überlaufrigolen unter den Belagsflächen angelegt werden. So wird dem Bäumen auch für Trockenperioden Wasser für die kühlende Verdunstung zur Verfügung gestellt. Artenreiche Blühwiesen unter den Bäumen und auf den Dächern bieten Nahrungsangebot für Insekten und fördern die Biodiversität.

Zur Meldung der Gemeinde Oberschleißheim

  • Platzierung:

    3. Preis

  • Ort:

    Oberschleißheim bei München

  • Entscheidung:

    07/2021

  • Auslober:

    Gemeinde Oberschleißheim

  • Bearbeitung:

    Franz Damm, Marcia Rosenheinrich

  • w21-01_wettbewerb_bahnhofsvorplatz_oberschleissheim_konzept_keller_damm_kollegen.jpg Konzept und Vogelperspektive. Grafik: Keller Damm Kollegen
  • w21-01_wettbewerb_bahnhofsvorplatz_oberschleissheim_diagramme_keller_damm_kollegen.jpg Funktionsdiagramme. Grafik: Keller Damm Kollegen
  • w21-01_wettbewerb_bahnhofsvorplatz_oberschleissheim_schnitte_keller_damm_kollegen.jpg Schnitte. Grafik: Keller Damm Kollegen

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