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3. Preis: Wettbewerb Entwicklung an der Schützenstraße

Wir freuen uns sehr über den 3. Preis beim Ideen- und Realisierungswettbewerb zur Entwicklung der Schützenstraße in München, zusammen mit dem Architekturbüro Snøhetta. Besondere Glückwünsche gehen an unsere Bearbeiter Franz Damm und Dantong Su.

Vom 25. Februar bis 5. März 2022 sind alle Siegerentwürfe im Info-Laden der Signa Real Estate, Schützenstraße 12, 80335 München zu sehen. Das Ergebnis dieses Wettbewerbes dient als Basis für die weiteren Planungen im Zuge des Bebauungsplanverfahrens. Nach derzeitiger Planung soll der Neubau Ende 2026 fertiggestellt sein.

Wettbewerbsaufgabe
Ziel des Wettbewerbs war es, den als Karstadt-Kaufhaus bekannten monolithischen Erweiterungsbau aus den 1970er-Jahren zwischen Stachus und Hauptbahnhof durch eine neue, gegliederte Bebauung mit Einzelhandels-, Gastronomie-, Dienstleistungs-, Kultur- und Büroflächen zu ersetzen. Gleichzeitig soll damit eine signifikante Verbesserung der Aufenthaltsqualität erfolgen.

Landschaftsarchitektonisches Konzept
Fußgängerzone: Die erneuerte Fußgängerzone wird als kontinuierlicher Raum vom Bahnhofsplatz bis zum Stachus verstanden und bezieht die Einkaufspassage mit ein. Polygonale und gerichtete Plattenformate mit unterschiedlichen, behandelten Oberflächen bilden ein dezentes und gleichzeitig großzügiges, fließendes Ornament, das sich an geeigneten Stellen topografisch zu Sitzkanten und Baumfeldern ausformt. Die bestehenden Robinien-Reihen werden ergänzt.

Die Prielmayerstraße wird stufenweise in das Fußgängersystem mit einbezogen. In einer ersten Phase wird die Aufenthaltsqualität durch zwischen die Stellplätze gepflanzte Ahorn-Bäume und Staudenpflanzungen erhöht. In einem weiteren Schritt wird die Fahrbahn für PKW aufgelöst und eine Fahrradspur im Bereich der Parkplätze angelegt. Der gewonnene Platz wird dazu genutzt, die Schienentrassen zu verlegen, um südlich der Tramtrasse die Fußgänger-Bereiche zu erweitern. Damit wird die Attraktivität der oberirdischen Verbindung zwischen Stachus und Fußgängerzone bzw. dem nordöstlichen Zugang zur Einkaufspassage gestärkt und die Engstelle vor dem Hotel umgangen.

Dachterrassen und Einkaufspassage: Das subtile Plattenornament der Fußgängerzone setzt sich auf der Dachterrasse und in der Einkaufspassage fort. In den Natursteinbelag eingeschnittene, leicht angehügelte Pflanzflächen nehmen die Kreisform der Deckenelemente der Stachus-Passage und der Dachterrasse am Altbau auf und binden diese zusammen. Stauden, Gräser und schirmförmig gezogene Großsträucher prägen das künstliche und dennoch naturnah anmutende Landschaftsbild. Mit den Pflanzflächen kombinierte feste Sitzelemente und freie Holzdecks werden durch vielfältige mobile Sitzgelegenheiten ergänzt.

Städtebauliches und architektonisches Konzept
Als Projekt in bester innerstädtischer Lage erweitert der Entwurf einerseits den Stadtraum und stärkt andererseits die Grünzonen von München. Das Gebäude wird so zum essenziellen Baustein in der Stadt und wertet nicht nur den unmittelbaren Bereich rund um die Schützenstraße, die Prielmayerstraße und das Kaufhaus Thietz auf, sondern auch den Stadtraum insgesamt.

Im Erdgeschoß legt sich eine „weiche“ Landschaft aus Recycling-Beton quer über das Grundstück. Die Bodenmodellierungen im Außenraum mit Hügeln und Sitzmöglichkeiten finden sich im Innenraum als sanft undulierende Retail-Fläche wieder. So schafft dieses Konzept einen nahtlosen Übergang vom Außenraum in den Innenraum und verbindet das Erdgeschoß mit dem Untergeschoß. Das Resultat ist eine zusammenhängende Fläche, die an einen Markt erinnert, der mit unterschiedlichen Aktivitäten einem ständigen Wandel unterzogen ist. Die Retail-Fläche im EG und UG kann komplett flexibel genutzt werden. Gastronomie, Handel, Kultur, Information, Mobilität und Bildung können gleichzeitig in einem Raum stattfinden – je nach Witterung lassen sich diese Aktivitäten auch auf die Schützenstraße erweitern.

Auf der Seite der Prielmayerstraße präsentiert sich das Gebäude städtischer und trägt im Erdgeschoß so zur Adressbildung für die Büros bei. Aufwölbungen in der Landschaft formen die drei Haupteingänge der Büros im Gebäude, diese sind schon von weitem markant sichtbar. Im Ideenteil des Projektes wird die Zone an der Prielmayerstraße zum Shared Space.

Informationen zum Wettbewerb und zu allen Beiträgen

  • Platzierung:

    3. Preis

  • Ort:

    München

  • Entscheidung:

    02/2022

  • Auslober:

    Signa Real Estate

  • Architektur:

    Snøhetta

  • Bearbeitung:

    Franz Damm, Dantong Su

  • wettbewerb_entwicklung_schutzenstrasse_munchen_lageplan_snohetta_keller_damm_kollegen.jpg Lageplan zwischen Schützenstraße und Prielmayerstraße. Grafik: Snøhetta/Keller Damm Kollegen
  • wettbewerb_entwicklung_schutzenstrasse_munchen_grundriss_dach_snohetta_keller_damm_kollegen.jpg Draufsicht Dachgestaltung. Grafik: Snøhetta/Keller Damm Kollegen
  • wettbewerb_entwicklung_schutzenstrasse_munchen_perspektive_dach_snohetta_keller_damm_kollegen.jpg Perspektive des Neubaus zwischen Hauptbahnhof und Stachus. Grafik: Snøhetta/Keller Damm Kollegen
  • wettbewerb_entwicklung_schutzenstrasse_munchen_fassadenbegrunung_snohetta_keller_damm_kollegen.jpg Darstellung der Fassadenbegrünung. Grafik: Snøhetta/Keller Damm Kollegen
  • wettbewerb_entwicklung_schutzenstrasse_munchen_langsschnitt_snohetta_keller_damm_kollegen.jpg Längsschnitt zwischen Hauptbahnhof und Stachus. Grafik: Snøhetta/Keller Damm Kollegen
  • wettbewerb_entwicklung_schutzenstrasse_munchen_konzept_dach_snohetta_keller_damm_kollegen.jpg Konzept Dachgeschoss. Grafik: Snøhetta/Keller Damm Kollegen
  • wettbewerb_entwicklung_schutzenstrasse_munchen_konzept_gebaude_snohetta_keller_damm_kollegen.jpg Konzeptionelle Schichtung des Gebäudes. Grafik: Snøhetta/Keller Damm Kollegen

Keller Damm Kollegen GmbH
Landschaftsarchitekten Stadtplaner
Prof. Regine Keller, Franz Damm

Lothstraße 19
80797 München

Tel. 089 248 83 83-0
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Geschäftsführer Regine Keller, Franz Damm
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