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Kloster Raitenhaslach – Burghausen

Neugestaltung der Außenanlagen im Zuge der Revitalisierung des denkmalgeschützten Klosterareals

Das 4,5 Hektar große Areal des ehemaligen Zisterzienser-Klosters liegt im Stadtteil Raitenhaslach der oberbayerischen Stadt Burghausen, unmittelbar im geschützten Landschaftsraum des Salzachufers. Der überwiegende Teil der Bausubstanz steht unter Denkmalschutz. Daher fanden alle Arbeiten in Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege statt und wurden archäologisch begleitet.

Im Zuge der Revitalisierung der Außenanlagen als öffentliche Parkanlage entstand mit dem Großen Hof ein zentraler Platzbereich als Entrée für Besucher und Beschäftigte, etwa des Akademiezentrums der TU München, des Klostergasthofs und der Kirche St. Georg. Grundlage für die Revitalisierung war eine in den Jahren 2011 und 2012 durchgeführte Voruntersuchung.

Konzept
Für die Revitaliserung des bedeutsamen Klosterareals war eine grundlegende Sanierung von Erschließung, Zufahrten und Wegeflächen erforderlich, um heutige Anforderungen zu erfüllen. Im Entwurfsprozess wurden historische Spuren durch Quellenstudium und umfangreiche Ortsanalysen herausgearbeitet. Alte und neue Raumbezüge wurden dargestellt, überlagert und in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege zu einem Konzept zusammengeführt. Dabei galt es abzuwägen, welche Strukturen authentisch sind und welche als Zitat lesbar sein sollen.

Die alten Raumkanten des ehemals geschlossenen Klosterhofs wurden wieder erfahrbar gemacht. Hierzu wurden die Fluchten ehemals vorhandener Gebäude in Wegen und Rasenflächen mittels Natursteinplatten kenntlich gemacht. Alte Wegebeziehungen, wie die der ehemaligen Klosterpforte zum Prälatenstock - das Pfortengebäude existiert heute nicht mehr - sind nun als begehbarer Pfad in einer Rasenfläche wieder nachvollziehbar. 

Die Rossschwemme, ein Wasserbecken, das einst wohl im Zentrum der Klosteranlage lag, wurde an dem vermuteten Ort zitiert und entwerferisch neu interpretiert. Ein wieder an die Oberfläche geholter und renaturierter Bachlauf speist den Wasserspiegel des in das Gelände eingelassenen runden Brunnenbeckens. Ohne technische Installation wie Pumpen funktioniert diese Konstruktion rein durch ein hydraulisch berechnetes System.

Materialität
Bei der Gestaltung galt es, hochwertige Materialien wie Granit und Nagelfluh einzusetzen, abgestimmt auf die an die Außenanlagen anschließenden Baudenkmäler. Auch das Schaffen gestalterisch ansprechender Übergänge zwischen Fußwegen und Fahrbahnen sowie die Abgrenzung der Verkehrsfunktionen voneinander waren ein wichtiges Thema.

Barrierefreiheit
Das Konzept zur Barrierefreiheit umfasst neben der Berücksichtigung der zulässigen Gefälle auf den Wegeflächen auch Granitpflaster mit gesägter Oberfläche, um ein barrierefreies Begehen der gesamten Anlage sicherzustellen.

Erschließung / Verkehr
Für das gesamte Areal haben wir neben den Freianlagen auch die Verkehrsanlagen geplant. Das umfasst das gesamte Wegesystem und die Erschließungsstraße. Außerdem wurde angrenzend an das Areal ein großer Parkplatz für PKW und Busse angelegt, der einen versickerungsfähigen Belag aus wassergebendener Decke hat.

Veröffentlichung
Was es mit der Rossschwemme im Großen Hof der Anlage auf sich hat und warum dort große, geschnittene Eibenkugeln stehen, lesen Sie im Beitrag "Aus dem
Dornröschenschlaf erweckt" im Freiraumgestalter 07/20 zum Projekt Kloster Raitenhaslach
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  • 250_kloster_raitenhaslach_rossschwemme_grosser_hof_rk_keller_damm_kollegen.jpg Der Bach speist auch den Wasserspiegel der Rossschwemme im Großen Hof. Foto: Regine Keller
  • 250_kloster_raitenhaslach_grosser_hof_baeume_wiese_img_7332_tar_keller_damm_kollegen.jpg Als großzügiges Entrée empfängt der sogenannte Große Hof die Besucher. Foto: Thomas Armonat
  • 250_kloster_raitenhaslach_grosser_hof_eibenkugeln_img_7288_tar_keller_damm_kollegen.jpg Eiben verwendeten schon die Zisterzienser. Die geschnittenen Eibenkugeln bilden eine Reminiszenz an diese Tradition. Foto: Thomas Armonat
  • 250_kloster_raitenhaslach_luftbild_drohne_dji_0042_alfons_lautenschlager_keller_damm_kollegen.jpg Das Kloster Raitenhaslach liegt oberhalb des Salzachufers im geschützten Landschaftsraum. Foto: Alfons Lautenschlager
  • 250_kloster_raitenhaslach_grosser_hof_statue_eiben_img_7283_tar_keller_damm_kollegen.jpg Relikte, wie diese alte Steinsäule, wurden in die Gestaltung integriert. Foto: Thomas Armonat
  • 250_kloster_raitenhaslach_grosser_hof_sitzbaenke_cortenstahl_img_7273_tar_keller_damm_kollegen.jpg Ausstattungselemente, wie etwa Sitzbänke, sind aus Cortenstahl gefertigt. Foto: Thomas Armonat
  • 250_kloster_raitenhaslach_grosser_hof_wegweiser_img_7336_tar_keller_damm_kollegen.jpg Auch das Kunstwerk im Hintergrund "Knoten, 2008" des österreichischen Bildhauers Josef Baier ist aus Cortenstahl. Foto: Thomas Armonat
  • 250_kloster_raitenhaslach_huehner_kirche_img_7286_tar_keller_damm_kollegen.jpg Eine Hühnerschar bewandert das Klosterareal vor der Kirche St. Georg. Foto: Thomas Armonat
  • 250_kloster_raitenhaslach_praelatengarten_img_7338_tar_keller_damm_kollegen.jpg Am Akademiezentrum der TU München befindet sich der Prälatengarten. Foto: Thomas Armonat
  • 250_kloster_raitenhaslach_nagelfluh_naturstein_material_rk_keller_damm_kollegen.jpg Detail der verwendeten Nagelfluhplatten, ein grobkörniges Sedimentgestein. Foto: Regine Keller
  • 250_kloster_raitenhaslach_steinerner_hof_pflaster_rk_keller_damm_kollegen.jpg Im Steinernen Hof wurde im Granit-Kleinsteinpflaster ein ornamentales Muster aus Nagelfluhplatten eingearbeitet. Foto: Regine Keller
  • 250_kloster_raitenhaslach_lageplan_keller_damm_kollegen.jpg Lageplan der Klosteranlage. Grafik: Keller Damm Kollegen

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